Mittwoch, 24. September 2008

Vice Film Produktion "Heavy Metal in Baghdad" kommt ins Kino.

Das Vice-Imperium ist für unkonventionelle Filme bekannt. Nun wurde ein Film über eine Heavy Metal Band aus dem Irak produziert. Der Film lief auf internationalen Filmfesten und ist sicher sehenswert. Leider kommt er zunächst nur in einige ausgewählte Kinos in Deutschland.
Aus dem Inhalt: "Acrassicauda haben nach Saddams Sturz im Jahr 2003 in den folgenden drei Jahren miterlebt, wie ihr Land um sie herum zerbrochen ist. Sie haben während dieser Zeit immer zusammen gehalten, ums Überleben gekämpft und an ihren Heavy Metal Traum geglaubt. Der Bassist Firas, Drummer Marwan, Gitarrist Tony und Frontmann, Sänger und zweiter Gitarrist Faisal, stehen für die stillen oder eben auch lauten Träume und Hoffnungen einer ganzen jungen Generation von Irakern" (Vice). Anschauen!


via Vice

Montag, 22. September 2008

1000 Robota.

Die Hamburger "Teenie-Band" 1000 Robota besitzt offensichtlich viel Energie und ein Gefühl für den Moment. Sie klingen herrlich ungeschliffen und verbreiten einen lange nicht mehr gekannten Optimismus in der deutschen Musikszene. Denn endlich kommt mal wieder eine Band aus Deutschland, die es auch in anderen Ländern, insbesondere England schaffen kann gehört zu werden.
Ihre Geschichte ist sicher eine ganz besondere und jüngst gar in der Printausgabe der ZEIT nachzulesen. In der Kurzfassung klingt das in etwa so: Entdeckt über myspace vom kleinen Label Tapete Records und einer Autorin des NME, Konzert in London und dazugehöriger Artikel im "Gradmesser zeitgemässer, wirklich modischer Musik".
Stellt sich nur die Frage: Was soll man noch für Lieder schreiben nach Tocotronic? Vor allem kurze, knappe, auf das Wesentliche verdichtete Songs, in denen man einen Gegner der jungen Hamburger klar definiert herausliest. Sie sind nicht die Verkopftheit im deutschen Rock oder auch Diskurs-Pop und wie Bands a la Tomte, Kettcar und Herrenmagazin. Allesamt eher von Musikern bevölkert, die als Gewohnheitstypen mit Buch und Zigarrette in einer Bar, St-Pauli-Fans und Freund von allem, sowie mit einem Gefühl immer auf der richtigen Seite zu sein, daherkommen. 1000 Robota klingen und fühlen sich ganz anders an. "Hamburg brennt!" Endlich wieder!

Sonntag, 14. September 2008

Matt Damon mischt sich ein!

Der US-Wahlkampf begibt sich langsam aber sicher in seine heiße Phase und auch der Schauspieler Matt Damon mischt sich ein.

Samstag, 6. September 2008

Friska Viljor live.

Die derzeit in Deutschland weilenden Schweden live und in ihrem Element. Großartig!

Sonntag, 31. August 2008

Russland und die Panzer.

Gute dreißig Jahre ist es her, als am 21. August 1968 Truppen des Warschauer Paktes in die damalige CSSR einmarschierten, um die Reformbemühungen der Partei von Alexander Dubček niederzuschlagen. Die Bilder in den letzten Wochen, als russische Panzer in Georgien einfuhren, sind von erschreckender Ähnlichkeit zu jenen des so genannten Prager Frühlings.
Die Folgen des heutigen Konflikts sind jedoch noch nicht absehbar und spalten vor allem die Europäer in zwei Lager.
Eine recht brauchbare Analogie stellt ein sechsunddreißig Sekunden Video dar. In dem Video ist Alex Dubček kurz nach dem Einmarsch in sein Land zu sehen. Iva Janzurová (Schauspielerin) und Marta Kubisová (Sängerin von Bob Dylan Songs in tschechischer Sprache) umrahmen ihn. Von der Sängerin bekommt Dubček eine kleine Schachtel. In ihr soll sich ein Talisman befinden, der ihm, ihnen und allen anderen, die an die Reformbewegung glauben, Glück bringen soll. Der müde Alexander Dubček weiss zu diesem Zeitpunkt bereits, dass das Ende nahe ist. "Herzlichen Dank", sagt er mehrmals. Dann hebt er den Deckel der Schachtel. Sie ist leer. Es folgt ein Moment peinlicher Berührung und Entschuldigungen. Kurze Zeit später ist die grosse Geschichte mit der kleinen zusammengeprallt.
Wer nun und schlussendlich im aktuellen Kaukasuskonflikt mit leeren Händen dasteht und wer mindestens einen peinlichen Moment ertragen muss, die Geschichte wird es uns lehren.

Freitag, 15. August 2008

Skate Or Die!

Ziemlich große Klasse was William Spencer hier mit seinem Brett zeigt. Der Ausschnitt stammt aus Anthony Mellicks Video Hollarado.

Donnerstag, 7. August 2008

Schluss mit lustig -China und die olympischen Spiele 2008.

In ein paar Stunden beginnen sie, die olympischen Sommer-Spiele 2008. Der Gastgeber, die Volksrepublik China, steht, soviel ist sicher, unter besonderer Beobachtung einer Vielzahl westlicher Medien und Politiker. Und insgesamt haben die Spiele, die "die besten aller Zeiten werden sollen" einen faden Beigeschmack bekommen, schon bevor sie überhaupt begonnen haben. Nun stellen sich gleich mehrere Fragen: Dürfen wir im Westen uns eigentlich derart empören? Ist es richtig politische Anliegen auf dem Rücken von Sportveranstaltungen auszutragen? Gibt es nicht auch in anderen Nationen ernsthafte Probleme menschenrechtlicher Natur, die zumindest einer Kritik bedürfen und ist der erhobene Zeigefinger im in China produzierten T-Shirt bei einem Café Latte im Hipster-Viertel wirklich angemessen? Vielleicht ist aber auch alle Kritik bisher viel zu schwach ausgefallen? Was ist eigentlich mit den Auseinandersetzung in Tibet und der uigurischen Unabhängigkeitsbewegung? Vielleicht müsste alles in und um China boykottiert werden?
Es ist ein schmaler Grad zwischen dem Richtigen und dem Falschen.
Wenn es aber beispielsweise stimmt, dass das Internet auch während der Spiele nicht frei, sondern zensiert sein wird und Sportler in das Olympische Dorf gezwungen werden bzw. Kontrollen über sich ergehen lassen müssen, die nichts mit Sport zu tun haben, dann sollten sich die gastgebenden Chinesen schon einmal fragen lassen, wie es um sie und ihr Versprechen der "besten Spiele aller Zeiten" bestellt ist.
Jetzt schaut die Welt zunächst gespannt nach Peking, wo am 8.8. um 14:08:08 Uhr (MEZ) die Spiele beginnen werden und hofft das alles gut wird. Die Kommunikationstrategen der chinesischen Führung werden auch eifrig daran arbeiten, dass alles, zumindest, gut wirkt. Zu dieser Thematik wurden bereits vor ein paar Monaten in der Süddeutschen Zeitung Strategien für Chinas Image entworfen.
Ob das Werbeeinmaleins helfen wird, die große Politik intervenieren muss oder ob der Sport für sich spricht, wir werden es in den nächsten Wochen erleben dürfen.