Sonntag, 4. Januar 2009

Wie funktioniert Technikkritik?

Was ist eigentlich aus der guten alten "Technikfeindlichkeit" geworden? Ist sie möglicherweise Opfer des technischen Fortschritts, mit einem Überbleibsel namens "Technikkritik"?
Hat diese Form der Kritik eigentlich eine Chance und wie soll denn eine authentische Technikkritik funktionieren, wenn fast jeder Kritiker eine eigene Website vorweisen kann, mindestens aber über eine Mailadresse verfügt? Oder ist dies ein Zeichen von Versachlichung, der Aneignung von Expertenwissen? Hat sich die Technikdebatte somit bereits gemäßigt? Vielleicht befinden wir uns aber in "technischen Milieus", nach dem französischen Soziologen Jacques Ellul, in denen der Mensch keine Distanz mehr hat, da er viel zu stark in das Milieu integriert ist? Ist eine Einflussname in "technische Entwicklungen" an deren Ende veränderte und verbesserte technische Konstrukte stehen (noch) möglich?

Ulrich Teusch (Politologe und freier Journalist) gibt in seinem sehr lesenswerten, aus dem Jahr 2006 stammenden, Essay "Moderne Maschinenstürmer - Wie funktioniert Technikkritik?" einen Einblick in zwei wesentliche Varianten der Technikkritik: die soziozentrische und die technozentrische Technikkritik (Printfassung / Hörfassung) und somit Grundlagen für die Beantwortung der eingangs aufgestellten Fragen.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Das Jahr 2008.

Trotz der gegenwärtigen Krise, in der in einer einzigartigen Geschwindigkeit (ähnlich einer Kernschmelze) Geld verbrannt wurde und wird, war es ein schönes Jahr 2008. Vielleicht auch, weil die unmittelbaren Folgen für viele erst 2009 absehbar werden.

Schön ist allerdings, dass sich im Rückblick auf das nun ablaufende Jahr wieder tolle Musiker präsentierten.
Ein ganz kleiner Ausschnitt: Insbesondere aus Schweden gab es viel Material (z.B. Friska Viljor, Lykke Li, Miss Li, Garmisch Partenkirchen, Tiger Lou) und ein hoffnungsvolles Zeichen aus Deutschland mit den 1000 Robota aus Hamburg und dem nicht eingetretenen Erfolg von Alexander Marcus. Unser allerliebstes Printmagazin SPEX hat sich freundlicherweise bereits die Mühe gemacht und die 50 Songs 2008 zusammengetragen. Weitere Listen werden in den nächsten Tagen sicher folgen (leichte Irritationen rief bereits der erste Rang der Leserpoll-Bücherliste 08 in der überaus geschätzten DE:BUG hervor). Sehr gespannt sind wir auf die Auswertung des Songs des Jahres der roten raupe.

Und nun zum Abschluss des Jahres für Euch, quasi als Warm-Up, ein feierlicher Auftritt. Zwar aus dem Jahr 2007, aber von einer tollen Band. Arcade Fire spielen "Neon Bible" (im Aufzug) und "Wake Up" (inmitten des Publikums). Wenn das mal nix is. Bitteschön.

Ach, und frohes Neues.

Donnerstag, 27. November 2008

Schlechter Geschmack?

Das Label Hazelwood hat sich über die Berichterstattung des Vice Magazins beschwert. Soweit so gut. Es kommt immer wieder vor, dass Plattenlabels ihre Künstler in ein schlechtes Licht gerückt sehen und deshalb die Keule rausholen. Nun ist aber offenbar jemand zu weit gegangen.
Der Stein des Anstoßes ist folgende Textzeile aus dem Vice Magazin:
"Es gibt Gerüchte, dass The Audience live "echt spannend" sein sollen. Kann sein, aber das trifft auf eine ganze Menge Sachen zu. Fehlgeburten sind live bestimmt auch "echt spannend". Fehlgeburten aufzunehmen, auf CD zu pressen und seinen Namen auf dem Cover zu verewigen ist trotzdem, ums freundlich zu formulieren: Dreck."
Die Retour der Hazelwood-Leute folgte nun mittels eines verdammt großen Mailverteilers (angeblich ca. 2.000 Journalisten und weitere ca. 15.000 Abonnenten von Hazelwood-Post, öffentliche Organe und Werbekunden des Vice) und deutlichen Worten:
"Dafür, dass hier tatsächlich aus der aktuellen Online-Ausgabe des Vice Magazins und nicht etwa aus Der Stürmer zitiert wurde, sollten sich die verantwortlichen Redakteure in Grund und Boden schämen und etwaige Anzeigenkunden sollten sich überlegen, ob diese Hetzblatt-Demagogie wirklich zielgruppenaffin ist. Betroffene gehören sicher nicht zur selben. Zumindest führt die an Ethik, Moral und Verstand kaum zu unterbietende Tirade des Schmierfinken, der sich hinter dem spätpubertären Pseudonym "Dr. Acidhaus" versteckt, den Beweis, dass man heutzutage anscheinend auch als Journalist Anstellung findet, wenn man nur infam genug und das Niveau des Blattes nur bescheiden genug ist."
Über Sinn und Unsinn darf gestritten werden, z.B. im Forum der rotenraupe.